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Kaufbrief über Guttenberg samt Zugehörungen von Hans von Gemmingen, Anno 1449.

 

Wir Gottfried von Gottes Gnaden Bischof von Wirzburg, Herzog zu Francken bekennen und thun kunt ofenbar mit diesem Briefe allen den die in sehen und horen lesen, daß wir als ein Fürmunde und die hernach geschrieben als Freunde der edlen Philipps und Philipps des elltern und jungen Herrn zu Weinsperg unser lieben Oheimen des edlen Herrn Conradt Herrn zu Winsperg seelich ehliche Söhne mit wolbedachtem Mute, gutem Vorrate, und rechtem Wissen anstatt und von wegen der genannten Kinder von Winsperg zuvorkommen irem großen Schaden und ihn zu Nutz erblichen verkauft, und zu Kaufe geben eines rechten redlichen und ewigen Kaufsfür die vorgenannten Brüder von Winsperg und alle ire Erben und Nachkommen, wie dan ein rechter redlicher und ewiger Kauf zu Urtel ewiglichen von Recht und Gewohnheit Krafft und Macht haben sol und mag dem vesten Hansen von Gemmingen und allen seinen Erben und Nachkommen Guttenberg die Burg und Schloß bey Horneck am Neckar gelegen mit diesen hernach geschrieben Dörfern, Weilern, Höfen, Wollnbach, Huffelnhart, Siegelsbach, Kelbertshusen mit allen ihren Zugehörungen, Herrschaften, Herrlichkeiten, Zollen, Geleiten, Azungen, Frondinsten, Kirchensätzen, Pfründen geistlichen und welltlichen, Gerichten, Hohen und Niedern Gebott, und Verbott, Mülen, Mühlstatten, Mühldeichen, Vogtey, Leuten, und Gütern, Dinsten, Freveln, Fellen, und Unfellen, Renten,
Weinzinsen, Kornzinsen, Güllten, Zehendten, klein und große Ecker, Wiesen, Weingarten, Wassern, Wunnen und Waiden, Fischwassern, Fischerey, Wällden, Willdpenden, Jägereyen, Fürhölzern, und sonst allerley zu- und  eigehörungen, wie das Nahmen hat, oder genannt mag werden, gesucht und ungesucht, klein und groß gar nicht ausgenommen, ausgeschieden oder hindangesetzt  mit allen Herrlichkeiten, Rechten Herkommen und Gewohnheiten als das der obgenannte  Conrad Graf zu Winsperg seelich inne gehabt hat umb Sechstausend  guter Rheinländischer Gulldin genehmer Wehrunge der wir als ein Fürmunde und die hernachgenannten als Freunde anstatt und von wegen der gegenannten Gebrüder von Winsperg von dem vorgenannten Hansen von Gemmingen wol gewert und bezalt sin Und die in der vorgenannten Philipps und Philipps von Winsperg Gebrüder unser lieben Oheim scheinbaren Nutz und frommen gewandt und gekeert haben, und sollent also der vorgenannte Hans und seine Erben das vorgenannte Schloß Guttenberg ganz mit allen Dörfern, Weilern, Höfen, Gerichten, Vogteyen, Nutzen, Fellen, Fischwassern, Weiden, Jägereyen und sonst allen andern Zu- und Angehörungen als der obgenannte Conrad Herr zu Winsperg sie inne gehabt hat, und zu Guttenberg dem Schloß gehörendt und vorgeschrieben steen und gemeldet sein, mit allen iren Rechten und Zugehörungen nicht ausgenommen innhaben und erblichen, besitzen nutzen und niesen mit Gebott und Verbott in rechtes ewiges Verkaufsweise, und damit tun und lassen, leihen, setzen und entsetzen, nach allem irem Willen und Gefallen als mit andern iren Gütern, und die obgenannten Gebrüder von Winsperg und alle ire Erben und Nachkommen, noch jemand von irentweegen sollen den obgenannten Hansen von  Gemmingen und seine Erben an diesem Kauf, und an allen vor- und nach- geschriebenen Stücken, Punckten und Artickeln nimmermer gehindern, geirren, oder angesprochen noch statten geton werden, oder mit Wortten Wercken, Gerichten, geistlichen oder weltlichen weder ongericht, heimblich oder ofenlich in keinerlei weisse, noch mit einerlei Sachen wie die sein oder jemand erdencken möchte die in an diesem Kauf  schedlich und der vorgenannten Gebrüder von Winsperg fürderlich, hülflich oder nüzlich
gesein mocht on alle Geverde. Wir setzen auch dem vorgenannten Hansen von Gemmingen und seinen Erben anstatt und von wegen der obgenannten Kinder und Gebrüder von Winsperg in solch vorgemelt Schloß, und Güter und die Gebrüder und ir Erben daraus, wie das in rechtem zuredlichem erblichen und ewigen Kauf allerbest Kraft und Macht hat, und gesien
kann und mage, und als das vorgenannte Schloß Guttenberg mit allen seinen Zugehörungen Lehen ist, und zu Lehen rüret von dem erwürdigen unsrem Herrn und Freund Herrn Reinhardten Bischofen von Worms und seinem Stift, da haben wir vorgenannten Bischof Gottfried  als ein Fürmund mit den nachgeschriebenen Freunden anstatt und von wegen der obgenannten Gebrüder von Winsperg wie demselben unsrem Herrn und Freund dem Bischof von Worms gestatt und usgetragen, daß das genannt Schloß Guttenberg dem vorgenannten Hansen von Gemmingen und seinen Erben zu Mannlehen geliehen ist, on des vorgenannten von Gemmingen Schaden und Kosten, und sollen sie das obgenannte Schloß und aller seiner Zugehörungen fertigen und weren nach des Landes recht und Gewonheit. Und wo das gementlich oder sonderlich ansprechig würde von jemand wer der were das sollen wir in verantwortten, vertretten, und austragen mit den rechten oder sonst one ir Kosten und Schaden, on Geferde. Und wir Gottfried Bischof zu Würzburg als ein Fürmund und von wegen und im Namen der vorgenannten Philipps und Philipps des elltern und jüngern Gebrüder von Winsperg gereden und versprechen sambt andern den hernach genannten iren Freunden für sie alle ir Erben und Nachkommen diesen Kauf und alle vorgeschrieben Dinge, Punckt und Artickel als in diesem Briefe gemeldet ist getreulichen, ware, stete, veste, und unverbrochlichen zu hallten, zu haben und zu vollfüren, und dawieder nimmermehr zu thun, noch statten geton, heimblichen oder ofentlichen mit Wortten oder Wercken oder mit Gericht geistlich oder weltlich oder ongericht. Sinder verzeihen und begeben uns hieruf für die obgenannten Gebrüder von Winsperg und ir Erben, aller Gnaden, Freyheit, Privilegien, Schirm, Hilf, Trostung geistlich oder welltlich so man jezund oder hernach, haben, finden, errerben, oder erdencken möchte damit sie oder ir Erben sich hirwieder oder wiederricht samentlich oder sonderlich das in diesem Briefe geschrieben stet, behelfen oder beschirmen mochten in keinem Weeg alle arge List, Sünde und Geferde hierinn aus und abgeschieden. Das zu warem Urkund und steter warer Sicherheit, so haben wir Gottfried als ein Fürmunde, obgenannter unser eigen Insiegel für uns, und auch die obgenannten zween Brüder von Winsperg und alle ire Erben und Nachkommen an diesen Briefe lassen hencken, uns und sie aller obgeschrieben Ding, Stück, Punckt, und Artickel die in diesem Briefe begrifen und gemeldet sein zu bezeugen, und zu besagen, doch unsrem Stift on Schaden. Und wir Elisabet von Gottes Gnaden Herzogin zu Sachsen Wittwe, gebohren von Winsperg, Gräfflicher Herr zu Hohenlohe, und Conrad Herr zu Limpurg des H: K: K: Erbschenck der ellter des obgenannten Philipps, und Philipps Herrn zu Winsperg Schwester und Oheim bekennen uns ofentlich an diesem Briefe, daß sollcher obgemellter Kauf und alles das an diesem Briefe geschrieben stet mit unsrem Wissen und Willen geschehen ist, geben auch unsern Willen dazu mit und in kraft dieß Briefes, und das zu warer Urkund und Sicherheit haben wir für uns und die obgenannten unser Gebrüder Oheim ir Erben und Nachkommen unser eigen Insiegel bey des obgenannten unsres gnedigen Herrn von Würzburg Insiegel auch an disen Brief lassen hencken, und sie und ir Erben als obgeschrieben damit zu besagen, der geben ist als man zalt nach Christi unsres Herrn Gepurt 1449 am diestag nach Sankt
Endris Tag der Heiligen Zwölf Botten.