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Übersetzung der Urkunde von 1184 (Ersterwähnung) aus dem Lateinischen

Gütertausch mit Hohenstaufischen und Zähringer Lehen der Grafen von Laufen, beurkundet vom Pfalzgrafen 1184.

„Im Namen des allmächtigen Gottes verkünde ich, Kunrad (von Hohenstaufen) von Gottes Gnaden Pfalzgraf bei Rhein, allen Gegenwärtigen wie dem zukünftigen Geschlecht, daß Graf Boppo von Laufen ein (lehnbares) Landgut (praedium) von dem edlen und freien Herren Burkhart von Elrebach (Hohenstaufischer Vasall aus Ellerbach im bayrischen Schwaben bei Villingen ?) gekauft hatte, wovon ein Teil vermischt lag mit dem (ursprünglich Speirischen ?) Gut unserer Schönauer Klosterbrüder zu Grensheim (Grenzhof bei Wieblingen, Vgl. Urkunde 11). Im Verlauf einer nicht unbedeutenden Zeit vertauschte Graf Kunrad von Laufen, Bruder des Boppo, durch göttliche Gnade bewogen und nach Treffung der (bei Lehensauflassungen und dergleichen) erforderlichen gemeinsamen Maßregeln (inito consilio) seinen Teil an der Burg Horemberg (Hornberg bei Neckarzimmern) gegen jenes Gut in Grensheim. Nach dieser Übereinkunft unter sich kamen beide Brüder in unsere Gegenwart und der Graf (d. h. Boppo) als bisheriger Lehensmann überantwortete dasselbe (delegavit idem praedium) zu gesamter Hand mit seiner Gattin und auf Bitten seines Bruders (als neuem Lehensträger von Grensheim) förmlich in die Hände von uns (dem Pfalzgrafen als Lehensherr, bezw. Inhaber der rheinfränkischen Familiengüter der Staufen seit dem Tod seines Vaters, des Herzogs Friederich von Schwaben, (gestorben 1147) und die von jenem dem Grafen Kunrad von Laufen als Belehntem) und endlich in die des verehrungswürdigen Abtes Godefrid von Schönau und seiner Klosterbrüder, und zwar ohne allen Widerspruch. Dies geschah deshalb, damit ich jenes Gut mit freier Hand (d. h. als ein vom Lehensverband befreites) auf dem Hochaltar der heiligsten Mutter Gottes und beständigen Jungfrau Maria in Schönau übergeben könne (durch symbolische Auflegung der Hände) zum Nutzen der dort nach der Regel des heiligen Benedikt streitenden Gottesdiener und zum Heil seiner (des Boppo) und aller seiner Vorfahren Seele.

Ist doch geschrieben: Das Almosen eines Mannes ist die Erlösung seiner Seele, und der Herr sagt im Evangelium: Gebt Almosen und siehe da, alle Dinge sind Euch, denn wie Wasser das Feuer löscht, so das Almosen die Sünde“.

„Auch diese Übergabe (zu vollem echtem Eigentum) geschah ohne jede Einsprache von irgend Jemandem. –

Außerdem trug derselbe Graf Boppo bei dem unsern Schönauer Brüdern gehörigen Glismuteshusen (Neckarhäuser Hof) einen gewissen Berg namens Rotemberch (der Röderwald, östlich von der Finsterbach) zu Lehen von Herzog Berthold (IV, gestorben 1186) von Zäringen (als Afterlehen von Kaiser Friedrich I, dessen Anhänger der Herzog war?).

Endlich erlangte Boppo nach Übereinkunft (inito consilio) jenen Berg zu wahrem Eigentum, nachdem er dem Herzog dafür ein anderes (nicht genanntes) Gut zu Lehen aufgetragen hatte (tradito alio praedio duci). Das geschah vor versammelten Fürsten bei dem (Pfingsten 1184) zu Mainz abgehaltenen allgemeinen Hof-Gericht des römischen Kaisers Friedrich, wobei zwei bevollmächtigte freie Leute, nämlich Oeger von Wissenloch, Abgesandter des Bischofs Kunrad von Worms (im Namen des Klosters Schönau) und Hugo von Bruch, von unserer (des Pfalzgrafen) Seite nebst dem Grafen selbst, den (dergestalt in Allod verwandelten) Rotenberg aus der Hand (symbolische Übergabe mittelst Handreichung oder mit Bewilligung) desselben Herzogs ohne jeden Widerspruch empfingen, und zwar deshalb, um ihn (symbolisch) mit freier Hand auf dem Hochaltar der Marta niederzulegen.

Es geschah wieder, nachdem die Schönauer ihm (dem Grafen Boppo) ihre Weinberge zu Cimberen (Neckarzimmern unter dem ihm von seinem Bruder vertauschten Hornberg) für den Rotenberg übergeben hatten“.

Damit aber diese Vertauschungen und übrigen Verträge stets gültig und unangefochten bleiben, haben wir (der Pfalzgraf als Schutzvogt von Schönau) diesen Brief durch Abdruck unseres und des Abts von Schönau Siegel bekräftigen und bestätigen lassen, damit nicht der vorgedachte Graf oder einer seiner Blutsverwandten oder Nachfolger die Armen von Christus, welche die Welt und ihre Begierden aufgegeben haben, in diesen Besitzungen zu stören versuche und damit ihn nicht das Gericht des allmächtigen Gottes träfe“.

„Unter Beifügung folgender tauglichen Zeugen:

1. von Geistlichen: Kunrad, Wormser Bischof; Gotefrid, Abt, und Diepold, Prior von Schönau; Manegold, Sigmar, Udalrich, Gotefrid, Rudolf, Kapläne (des Pfalzgrafen?).

2. Vom freien Uradel: die obigen, Kunrad, Pfalzgraf (Bruder des erwähnten Kaisers Friedrich I., Barbarossa, durch den er seine Würde 1155 erhielt und die Grafen Boppo und Kunrad von Laufen; ferner Berthold von Hohinhart (Hohenharter Hof bei Wiesloch); Walther von Heienvelt (aus Hainfeld bei Edestköben); Markwart von Heimfeld; Blicker und Kunrad von (Neckar-) Steinach; Rudolf von Bilstein (Burg bei Kaiserslautern).

Vom Dienstadel: Eberhard von Ertpach (Erbach im Odenwald); Markwart von Hirzberg (bei Leutershausen); Helimbert und Hartwig von Husen; Krafto von Otenheim (Odenheim bei Bruchsal); Ingram und Gotefrid (von Handschuchsheim) und viele Andere.

So geschehen im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1184, in der zweiten Indiktion, zu den Zeiten des Pabstes Lucius, des römischen Kaisers Friederich und des Wormser Bischofs Kunrad“.

Druck bei Gudenus, Sylloge p. 32 ff. no. 13, vgl. Würdtwein p. 24 f.